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Medizinische Dokumentationsassistenten auf dem Vormarsch


17 Bundeswehr-Sanitäter an den Euro-Schulen Trier ausgebildet


Trier. Der erste Kurs mit Sanitätern wurde am 22. Februar 2006 in feierlichem Rahmen im Offizierskasino der Jägerkaserne Trier verabschiedet. Mit der erstmaligen Ausbildung von Angehörigen der Bundeswehr gingen die Euro-Schulen Trier neue Wege – mit großem Erfolg. Die Berufsaussichten für die jungen Menschen sind vielfältig.

„Wir hätten keine bessere Auswahl treffen können“. Mit diesen Worten lobte Ute Heck, Schulleiterin der Euro-Schulen Trier, sowohl die 17 Medizinischen Dokumentationsassistenten (MDA) als auch den Berufsförderungsdienst vom Kreiswehrersatzamt Trier. Denn die drei Teilnehmerinnen und 14 Teilnehmer der Zivilberuflichen Aus- und Weiterbildung (ZAW) wurden vor zwei Jahren nicht wie üblich von Seiten der Berufsfachschule ausgesucht, sondern die Bundeswehr selbst rekrutierte sie im Rahmen der Fachunteroffiziersausbildung aus dem gesamten Bundesgebiet. Doch dies war nicht der einzige Unterschied zu den „zivilen“ MDA-Klassen, welche seit 2000 an den Euroschulen Trier ausgebildet werden. „Wir haben die Schule an militärische Verhältnisse angepasst“, so Ute Heck im Rückblick. „Denn üblich ist es ja nicht, dass hier Schüler im Tarnanzug sitzen und sich die Stundenpläne an den Mittagessenszeiten, Sportunterricht und Leistungsmärschen orientieren. Für eine Exkursion in das benachbarte Luxemburg ist sonst ja auch kein Nato-Marschbefehl nötig!“ Besonders freute sie sich, dass der Kurs mit sieben mal „sehr gut“ bei den Abschlussarbeiten weit über dem Durchschnitt der bisherigen Klassen abgeschnitten hat.

„Die Soldaten auf Zeit brachten eine hohe Leistungsbereitschaft mit, wodurch unser Ausbildungskonzept besonders gut aufging“, erläuterte Ulrich Wirth, Leiter der Berufsfachschule für Medizinische Dokumentationsassistenten an den Euro-Schulen Trier. Als dann noch das Sanitätsamt der Bundeswehr zustimmte, dass die beiden Praktika heimatnah absolviert werden konnten, war die Motivation aller gewährleistet. „Davon und von der Vielfalt des spannenden Arbeitsgebiets der Medizinischen Dokumentation konnte ich mich bei meinen Praktikumsbesuchen in neun Bundesländern überzeugen.“ Die Abschlussarbeiten sind zumeist im Rahmen dieser Praktika entstanden.

Jörg Jochems, Diplom-Pflegewirt und Controller in der Marienhaus GmbH Waldbreitbach und Oberstabsarzt Christian Knispel vom Bundeswehrkrankenhaus Hamburg berichteten voller Lob von ihren Praktikanten und bestätigten die Notwendigkeit des Berufsbildes sowohl für die zivilen als auch für die militärischen Krankenhäuser der Zukunft. „Es ist unser Ziel, die MDAs auf Klinikebene zu etablieren“, so Knispel. „Durch die zeitnah begleitende Dokumentation der Diagnose und Behandlung von der Patientenaufnahme an steigert sich die Qualität nicht nur für die Abrechnung, sondern auch für die Patienten. Die Krankenpfleger können pflegen und die Ärzte haben mehr Zeit für die Patienten. Sie müssen keine Codes und Diagnostic Relation Groups (DRGs) kennen!“

Dass die medizinische Dokumentation schon lange nicht mehr dem Zeitalter der Lochkarten entspricht, stellte Dr. Klaus Götze, Bereichsgeschäftsführer West/Süd der Euro-Schulen Organisation heraus. „Gerade die soldatischen Disziplinen wie Gewissenhaftigkeit und Fleiß sind der Ausbildung sehr zuträglich“, so Götze in Bezug auf die sehr guten Ergebnisse und mahnte die Teilnehmer: „Doch nun fängt das Lernen erst an!“ In Hinblick auf den High Tech der kommenden Jahre seien die MDA gut gerüstet. Damit trage die Trierer Ausbildung letztlich entscheidend zur Beschäftigungsfähigkeit bei.

Der eigens aus dem Bonner Bundesministerium der Verteidigung angereiste Generalarzt Dr. Jürgen Blätzinger, Stabsabteilungsleiter der Sanitätsdienstlichen Führung wartete mit guten Berufsaussichten innerhalb der Bundeswehr auf. „Die Sanitäter haben hier eine Qualifikation erworben, die innerhalb des Sanitätsdienstes dringend benötigt wird, entweder in einem der fünf Bundeswehrkrankenhäuser oder für regionale Sanitätseinrichtungen.“ Dadurch, dass die Teilnehmer dieses Kurses die ersten Medizinischen Dokumentationsassistenten der Bundeswehr sind, seien sie auch in der Lage, Profile zu schaffen und Positionen auszubilden. „Nutzen Sie Ihren Spielraum!“, ermunterte Blätzinger die Teilnehmer, die in ihrem Status als Feld- bis Oberfeldwebel auch leitende Positionen im Inland oder bei Auslandseinsätzen übernehmen werden. Insgesamt seien 250 Dienststellen für MDAs neu eingerichtet worden, so der Generalarzt.

Über das steigende Interesse an der Ausbildung freute sich Sabine Kapsammer, Geschäftsführerin des Deutschen Verbandes Medizinischer Dokumentare (DVMD) e.V. „Durch die Dokumentationspflicht entstehen im Krankenhaus komplexe Systeme, die nicht mehr allein von Ärzten und Pflegern übernommen werden können“, so Kapsammer. „Doch auch in pharmazeutischen Instituten und bei Klinischen Studien werden die Assistenten benötigt. Die medizinische Dienstleistung wird immer mehr nachgefragt.“ Glänzende Aussichten also.

Bei der Zeugnisverleihung wurde Oberfeldwebel Sebastian Schlegel als klassenbester Teilnehmer besonders geehrt.

Den erstmalig ausgelobten Carl-von-Linné-Gedächtnispreis für hervorragende und innovative Abschlussarbeiten erhielten Stabsunteroffizier Maik Zimmermann in der Kategorie Medizinische Dokumentation/DRG und Feldwebel Sven Müller in der Kategorie Klinische Studien/Statistik/EDV.

 

 

Abschließend noch einige Impressionen von der Verabschiedung unserer BW-Klasse